[Rezension] Celia Jansson - Sunford, Verführung eines Gentleman

Samstag, 20. Februar 2016

©Sieben Verlag
Autor: Celia Jansson
Titel: Sunford, Verführung eines Gentleman
Einband: Taschenbuch oder ebook
Preis: 12,90€ bzw. 6,99€
Seitenzahl: 300
Verlag: Sieben Verlag 
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Leseprobe: *hier* 
Bewertung: 2 von 5 Punkten

Inhalt

England, 1905. Ein verschlafenes Dorf in Somerset steht Kopf, als der attraktive Lord Vincent Fanbury auf Landbesuch kommt. Nicht nur die unverheirateten Frauen hoffen auf eine gute Partie mit ihm. Auch Leonard, ein gutsituierter Unternehmer, fühlt sich zu ihm hingezogen. Obwohl die strikten Konventionen der edwardianischen Gesellschaft gegen sie sprechen, entwickelt sich zwischen ihnen eine leidenschaftliche Affäre. Zu spät merkt Leonard, dass Vincent ein Geheimnis vor ihm verbirgt, das nicht nur ihre Beziehung sondern, auch seinen Ruf zerstören könnte.
(Quelle: Sieben Verlag)
Cover

Das Cover dieses Buches finde ich unglaublich schön. Es sieht wundervoll romantisch aus und passt so gut zur Story.

Meinung

Als ich dieses Buch das erste Mal gesehen habe, wusste ich sofort, dass ich es lesen möchte. Ich liebe schwule Literatur (klingt dämlich, aber ihr wisst, was ich meine) und der Klappentext hat mich direkt angesprochen. Ich mag die Zeit Anfang des 20. Jahrhunderts sehr gern und lese gerne darüber. Drum habe ich mich auf das Buch echt gefreut.
Doch leider bin ich nach der Lektüre doch sehr enttäuscht, denn es hat meine Erwartungen nicht erfüllt.
Die Idee der Story ist wirklich gut und man hätte da richtig was draus machen können. Doch leider fehlt es der kompletten Geschichte an Schwung. Sie ist sehr langatmig und es passiert so wenig.
Erzählt wird in mehreren Teilen, aus der Sicht von Leonard und Vincent. An sich ja keine schlechte Sache, doch leider wird im zweiten Teil die ganze Geschichte nur noch mal aus eben der anderen Sicht erzählt und das hat das Ganze verdammt in die Länge gezogen, weil einfach nichts Neues passiert ist. Man kennt ja den Verlauf der Handlung bis dahin schon.
Außerdem kam es mir die ganze Zeit so vor, als würde dieser zweite Teil nicht zum ersten passen, da der Ablauf teilweise völlig anders war. Gespräche verliefen anders, Begegnungen wurden ganz anders dargestellt. Das machte für mich überhaupt keinen Sinn.
Was mich auch unendlich verwirrt hat, waren die diversen Zeitsprünge im Geschehen. Da gab es gedankliche Rückblicke der Protagonisten, dann springt man wieder in die Gegenwart, oder auch nicht!? Ich bin hinterher nicht mehr durchgestiegen und hatte das Gefühl, dass der Ablauf der Story total durcheinandergeraten ist.

Die Charaktere sind eigentlich ganz liebenswerte Zeitgenossen, doch so richtig warm bin ich nie mit ihnen geworden. Ich weiß nicht, ob es einfach an ihrer gesellschaftlichen Stellung liegt, aber sie waren mir die ganze Zeit über fremd und distanziert. Dadurch kamen mir einige Personen sehr überheblich vor, aber wie gesagt, das liegt vermutlich auch einfach an der Zeit und der Gesellschaftsschicht.
Insgesamt war alles sehr zurückhaltend und steif. Mir fehlte es die ganze Zeit über an Gefühl. Die Protagonisten kamen mir so kalt und gefühllos vor. Entweder sollten sie so dargestellt sein, weil die Menschen im England des 20. Jahrhunderts einfach so waren oder die Sprache konnte die Gefühle nicht transportieren.
An sich war die Sprache aber ganz okay, das Buch ließ sich ganz gut und fix lesen. Nur an den erotischen Szenen müsste sprachlich nochmal gefeilt werden, da kam bei mir von der Stimmung überhaupt nichts an. Schade.

Fazit

"Sunford" wartet mit einer tollen Idee auf, die für mich aber leider unzureichend umgesetzt wurde. Mich konnte das Buch leider nicht in seinen Bann ziehen.

Bewertung

2 von 5 Punkten

1 Kommentar:

  1. Hey,

    ich muss doch jetzt mal schauen wie meine Blogtourbegleiter das Buch so fanden.

    Die Aufteilung des Buches habe ich auch als sehr unglücklich empfunden. Bis auf einige Aspekte am Ende, ist der Zweite Teil ja doch fast überflüssig, muss man leider sagen.
    Auch die Passung ist mir aufgefallen. Bei Gesprächen gar nicht so sehr, aber mir ist es zum Beispiel am See aufgefallen.

    Die Zeitsprünge kommen meiner Meinung nach daher, dass das Buch eben in die drei Teile geteilt ist. Dadurch, dass man im Zweiten alles nochmal erlebt, springt man eben wieder zurück und erlebt Dinge, die man schon aus dem ersten Teil kannte. Im Grunde kann man das Buch besser als drei kürzere verstehen, anstatt als eines.

    Ich hab dem Buch letztlich drei Sterne gegeben, weil ich die Idee mochte und mir der erste Teil auch gut gefallen hat.

    Grüße :)

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