[Rezension] Hannah Ben - Chris und Sara

Samstag, 30. Mai 2015

ACHTUNG! DIESE REZENSION KANN SPOILER ENTHALTEN!

© Hannah Ben
Autor: Hannah Ben
Titel: Chris und Sara
Einband: Taschenbuch bzw. ebook
Preis: 9,99€ bzw. 2,99€
Infos: *hier* 
Bewertung: 2 von 5 Punkten

Inhalt

"Chris ist arrogant. Er ist ein Arschloch. Er stammt aus gutem Elternhaus und steht kurz vor dem Abi. Er denkt einzig und allein an sich selbst und hat nicht das geringste Problem damit. Und Chris hat ein Verhältnis mit seiner Schwester Sara. Bis die beiden in flagranti erwischt werden. Eine Talfahrt aus Verwirrung und Chaos beginnt und treibt die Beziehung der beiden an ihre Grenzen. Sara muss auf ein Internat, während Chris sich zusammen mit seinem Kumpel Mark ins Partyleben der Oberschicht flüchtet. Gelingt es ihm, seine Zwillingsschwester zu vergessen und sich selbst zu täuschen? Oder gibt es am Ende einen anderen Weg, der die beiden doch noch zusammenführt?"
(Quelle: Hannah Ben)
Cover

Das Cover finde ich wirklich traumhaft schön. Es gefällt mir total und hat auch sofort mein Interesse an dem Buch geweckt.

Meinung

Nach dem wunderschönen Cover und dem interessanten Klappentext habe ich mich auf eine gefühlvolle Story zu einem schwierigen Tabuthema gefreut. Doch leider wurde ich total enttäuscht, denn dieses Buch konnte mich in keiner Weise überzeugen.
Der Klappentext sagt ja schon, dass Chris ein Arsch ist, aber normalerweise steckt in solchen Büchern ja immer ein lieber Kern in allen Fieslingen. Aber Chris ist und bleibt ein Vollidiot. Das Einzige, was er kann ist fluchen und derbe Gedanken haben. Er ist mir von der ersten Seite an total unsympathisch und das bleibt leider auch das ganze Buch über so. Und auch sein bester Freund Mark und alle anderen (Rand)Protagonisten sind irgendwie nur ätzend. Nur Sara ist mir ein kleines bisschen sympathisch, aber auch nicht viel.
Aber Chris toppt wirklich alles. Er flucht und motzt und zetert ständig und geht mir damit gehörig auf die Nerven. Außerdem ist er einfach ein Vollidiot, der total dämliche Aktionen abzieht. So nimmt er einfach mal ein bisschen Koks, weil er als Weichei bezeichnet wurde, als er es erst nicht versuchen wollte. Klar, dann probieren wir das doch einfach mal! Wir lasse uns ja nicht einfach so als Weichei abstempeln. Trottel. Ich konnte seine Handlungen einfach nicht nachvollziehen. Klar, die ganze Situation ist für ihn und Sara nicht leicht, aber trotzdem kann man doch mal etwas nachdenken. Und vernünftig reden kann man auch.
Sowieso ist mir die ganze Sprache in dem Buch zu derb und zu prollig. Ich bin absolut nicht prüde und fluche selber oft genug, aber hier wurde es echt übertrieben.
Und durch diese deftige Sprachen gingen absolut alle Gefühle verloren, sie war einfach unpassend in so einem Buch. Dadurch waren für mich alle Personen total gefühllos.
Außerdem ist die ganze Story ganz anders, als ich sie erwartet habe. Ich hatte gedacht, dass sich ganz langsam eine Beziehung zwischen Chris und Sara entwickelt, aber man wird sofort auf der ersten Seite mit einer Sexszene überrascht. Alleine das schon war für mich ein ungewöhnlicher und für mich persönlich nicht passender Einstieg. Zudem wurde für mich anfangs die Beziehung zwischen den Beiden gar nicht vernünftig rausgearbeitet. Da fehlte einfach alles. Gefühle fehlen, wie schon erwähnt, ganz und es ging wirklich immer nur um das Eine. Immer. Irgendwann nervt das auch mal.

Und dann wurden natürlich mal noch ein paar Schicksalsschläge über's Buch gestreut. Alles geht schief, Sara erkrankt schwer. Man könnte ja meinen, dass es jetzt mal etwas gefühlvoller wird, aber Pustekuchen. Gefühle fehlen weiterhin, mich konnte die Geschichte nicht mitnehmen, ich habe überhaupt nicht mitgefühlt. Was mir sonst bei Büchern nicht schwer fällt. Aber hier konnte ich mich nun einfach nicht mit den Protagonisten anfreunden und so fiel dann mein Mitgefühl eher bescheiden aus. Schon erschreckend. Aber es wirkte dann auch alles einfach etwas gestellt und übertrieben.
Außerdem gab es einige unlogische Stellen in der Story. Zum Beispiel, als Chris Sara aus dem Internat holt, sie quasi "entführt", da kümmert es anscheinend niemanden. Niemand meldet sich mal bei Chris und fragt, ob er was damit zu tun hat, ob er was weiß oder so. Ne, das wird einfach alles außen vor gelassen.

Was den Lesefluss auch sehr gestört hat, waren die vielen Wiederholungen von Gedanken und Zuständen. Zum Beispiel diskutiert Chris ständig mit sich aus, wer in seinem Umfeld kränker ist als der andere etc. Und auch sonst gab es einige Formulierungen und Handlungen die sich wiederholt haben. Zusätzlich gab es dann noch einige Rechtschreibfehler und auch fehlende Satzzeichen. Oh, aber ein Satzzeichen gab es zur Genüge! Der Bindestrich war sicherlich tausend Mal in diesem Buch enthalten. Fürchterlich.

Achso, was ich auch langsam mal erwähnen sollte, ist, dass die ganze Story aus der Ich - Perspektive von Chris erzählt wird. So kriegt man schön jeden verfluchten (im wahrsten Sinne des Wortes) Gedanken mit und man verpasst auch wirklich keine Sekunde, in der er an Sex denkt. Toll!
An sich ist diese persönliche Perspektive ja wirklich klasse, aber Chris war einfach nur anstrengend und seine Gedanken noch mehr.

Es tut mir wirklich Leid, dass ich dieses Buch nicht mag, denn ich hatte mich wirklich sehr darauf gefreut. Ich mag schwierige Tabuthemen sehr und bin ein Freund von schwierigen Beziehungen in Büchern. Aber hier war die Grundidee leider nicht ausgereift und ungenügend umgesetzt.

Fazit

Leider konnte mich dieses Buch absolut nicht überzeugen. Die Sprache war gar nicht mein Ding, die Charaktere waren farb- und gefühllos und die Story nicht gut genug umgesetzt. Zwei Punkte gibt es dann aber noch für das wunderschöne Cover und für den Mut so ein schwieriges Thema zu behandeln.

Bewertung

2 von 5 Punkten

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